Kleines Wohnzimmer einrichten
Kleines Wohnzimmer einrichten: 12 geniale Ideen, mit denen wenig Platz plötzlich groß rauskommt
Du stehst vor der Herausforderung, ein kleines Wohnzimmer einzurichten ohne Platzchaos? Entdecke 12 clevere Ideen für Möbel, Stauraum, Farben und Licht und erfahre, wie dein Wohnzimmer mit einfachen Dingen größer wirkt.
Kennst du diesen Moment? Du stehst in deinem Wohnzimmer, schaust einmal nach links, einmal nach rechts und denkst:
Oh mein Gott. Wie soll ich DAS schön einrichten?
Genau dieser Gedanke schießt dir vielleicht durch den Kopf, wenn du in deinem neuen kleinen Wohnzimmer stehst und überlegst, wo du überhaupt anfangen sollst. Das Sofa soll gemütlich sein, Stauraum wäre dringend nötig, ein Tisch wäre auch ganz praktisch und schön aussehen soll das Ganze natürlich auch. Nur leider lassen sich deine Wände nicht mal eben ein paar Meter nach außen verschieben.
Und plötzlich beginnt das große Möbel-Tetris in deinem Kopf. Was passt wohin? Welche Möbel sind zu groß? Wie schaffst du Stauraum, ohne den Raum mit Schränken vollzustellen? Und wie kannst du dein kleines Wohnzimmer einrichten, damit es nicht nur praktisch ist, sondern sich auch richtig gut anfühlt und wohnlich ist?
Genau darum geht es hier.
Wenig Platz bedeutet nicht, dass du dich zwischen schön und praktisch entscheiden musst. Mit den richtigen Möbeln, clever genutztem Stauraum und ein paar überraschend einfachen Tricks kannst du aus wenigen Quadratmetern richtig viel herausholen.
Also keine Panik vor deinem kleinen Wohnzimmer.
Wir machen aus „Wohin bloß mit allem?“ Schritt für Schritt „Oh wow, warum habe ich das nicht früher so gemacht?“
1. Ein kleines Wohnzimmer einrichten? Fang bitte nicht mit dem Sofa an
Ich weiß. Das Sofa ist wichtig. Aber bevor du dich in dieses wunderschöne Modell mit extrabreiter Recamiere verliebst, das im Möbelhaus so herrlich kompakt aussieht, solltest du etwas viel Langweiligeres tun:
Dein Wohnzimmer ausmessen.
Und ja, Begeisterung sieht anders aus. Aber gerade in kleinen Räumen entscheiden wenige Zentimeter darüber, ob ein Zimmer großzügig oder vollgestellt wirkt. Miss deshalb nicht nur Länge und Breite des Raumes. Notiere dir auch:
- Türen und deren Öffnungsrichtung
- Fenster
- Heizkörper
- Steckdosen
- vorhandene Nischen
- Durchgänge
- Wandflächen
- Fensterbänke
Und dann stell dir eine entscheidende Frage:
Was muss mein Wohnzimmer eigentlich alles können?
Nur Fernsehen und Entspannen? Oder brauchst du zusätzlich einen Essplatz?
Arbeitest du dort? Soll Besuch übernachten können? Brauchst du besonders viel Stauraum?
Vielleicht grenzt sogar deine Küche direkt an das Wohnzimmer.
Je kleiner der Raum ist, desto wichtiger wird diese Frage. Denn du kannst deine Quadratmeter nur einmal vergeben.
Raumwunderly-Tipp: Klebe die geplanten Möbelmaße mit Malerkrepp auf dem Fußboden ab.
Plötzlich siehst du, ob zwischen Sofa und Tisch tatsächlich noch ein vernünftiger Durchgang bleibt. Das kann dich vor einem ziemlich teuren „Oh mein Gott, das Sofa ist riesig!“ bewahren.
2. Wie kann man ein kleines Wohnzimmer einrichten? Entscheide zuerst nach Funktionen
„Wie kleines Wohnzimmer einrichten?“ klingt zunächst simpel.
Meine Antwort darauf wäre: Nicht möglichst viel hineinpacken. Sondern möglichst viel Funktion aus möglichst wenigen Möbeln herausholen.
Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ein typischer Fehler bei kleinen Wohnzimmern ist nämlich, viele kleine Einzelmöbel zu kaufen.
Kleines Sofa. Kleiner Couchtisch. Kleine Kommode. Kleines Regal. Kleiner Hocker. Noch ein Beistelltisch. Und irgendwann stehen dort zwölf kleine Möbelstücke, die zusammen erstaunlich viel Platz brauchen.
Besser ist es, zunächst drei Kategorien festzulegen:
Unverzichtbar
Zum Beispiel Sofa, Stauraum und Beleuchtung.
Wünschenswert
Vielleicht Esstisch, zusätzlicher Sessel oder Arbeitsplatz.
Schön, aber verzichtbar
Hier wird es interessant. Braucht dein Fernseher wirklich ein eigenes TV-Möbel? Brauchst du einen klassischen Couchtisch? Muss neben dem Sofa ein Beistelltisch stehen? Je weniger Quadratmeter vorhanden sind, desto häufiger darfst du klassische Einrichtungskonzepte infrage stellen. Nur weil Wohnzimmer seit Jahrzehnten aus Sofa + Couchtisch + TV-Schrank + Sessel bestehen, muss dein Wohnzimmer nicht dasselbe tun.
3. Der größte Fehler: zu große UND zu viele Möbel
Bei kleinen Wohnzimmern gibt es zwei Extreme.
Fehler Nummer eins: Möbel sind viel zu groß.
Fehler Nummer zwei: Aus Angst davor kaufst du alles in Miniatur.
Beides kann problematisch sein. Ein riesiges Ecksofa kann einen kleinen Raum erschlagen. Fünf winzige Möbelstücke können ihn dagegen optisch zerstückeln. Was du brauchst, sind passende Proportionen. Schau deshalb nicht nur auf Breite und Länge.
Achte auch auf:
Tiefe: Ein Sofa mit geringerer Sitztiefe kann wertvolle Zentimeter sparen.
Höhe: Sehr massive, hohe Möbel können kleine Räume optisch stark begrenzen.
Beine: Möbel auf sichtbaren Füßen lassen mehr Boden erkennen und wirken häufig leichter.
Armlehnen: Sehr breite Armlehnen verbrauchen Platz, ohne zusätzliche Sitzfläche zu schaffen.
Und genau deshalb lohnt es sich bei kleinen Räumen besonders, Möbel nicht nur nach Schönheit auszuwählen.
Frag dich:
Wie viel Nutzen bekomme ich für die Fläche, die dieses Möbelstück beansprucht?
Das ist praktisch die Quadratmeter-Rendite deiner Möbel. Ja, jetzt wird sogar Wohnzimmer-Einrichten mathematisch.
4. Multifunktionsmöbel sind die heimlichen Helden kleiner Wohnzimmer
Jetzt kommen wir zu einem Thema, das perfekt zu Raumwunderly passt.
Multifunktionsmöbel.
Wenn Platz knapp ist, darf ein Möbelstück ruhig ein bisschen mehr arbeiten. Warum sollte ein Hocker nur ein Hocker sein? Er kann gleichzeitig Stauraum bieten. Warum sollte ein Couchtisch nur deine Kaffeetasse tragen? Ein höhenverstellbares Modell kann zusätzlich als Essplatz oder Arbeitsplatz dienen. Und ein Sofa? Das kann gleichzeitig Gästebett und Stauraum sein.
Besonders interessant sind:
- Schlafsofas mit Bettkasten
- Stauraumhocker
- ausziehbare Konsolentische
- höhenverstellbare Couchtische mit Schubladen
- Satztische
- Wandklapptische
- Sitzbänke mit Stauraum
- modulare Sofas
- rollbare Beistelltische

Stöbere gern in meinem Shop für weitere tolle multifunktionale Wohnzimmermöbel.
Ein Beispiel aus dem echten Leben
Stell dir ein kleines Wohnzimmer vor, in dem du zusätzlich einen Essplatz brauchst.
Klassischer Esstisch plus vier Stühle? Vielleicht schwierig. Ein schmaler Konsolentisch, der normalerweise an der Wand steht und sich bei Bedarf zum Esstisch ausziehen lässt? Plötzlich wird es interessant. Genau deshalb sind Multifunktionsmöbel für kleine Räume so spannend. Sie schaffen keinen zusätzlichen Quadratmeter. Aber sie lassen denselben Quadratmeter mehrmals arbeiten.
5. Wie wirkt ein kleines Wohnzimmer größer? Der Boden verrät die Antwort
Ein entscheidender Faktor ist die sichtbare Bodenfläche. Je stärker Möbel den Boden optisch unterbrechen, desto kleinteiliger kann der Raum wirken. Deshalb mag ich Möbel auf schlanken Füßen für kleine Wohnzimmer besonders. Du kannst unter das Sofa sehen. Du kannst unter das Sideboard sehen. Der Boden läuft optisch weiter. Und genau das kann dem Auge mehr Großzügigkeit vermitteln. Auch wandhängende Möbel können dabei helfen. Ein schwebendes Lowboard beispielsweise nimmt natürlich genauso Platz ein wie vorher. Aber optisch passiert etwas anderes: Der Boden bleibt sichtbar. Das Zimmer wirkt weniger zugestellt.
Kleiner Raum, überraschender Effekt
Manchmal musst du überhaupt keinen zusätzlichen Platz gewinnen. Es reicht bereits, mehr von deinem vorhandenen Platz sichtbar zu machen. Wenn der Boden unter Sofa, Sideboard oder anderen Möbeln sichtbar bleibt, wirkt der Raum luftiger und weniger zugestellt. Klingt fast ein bisschen nach Zauberei. Ist aber einfach clever eingerichtet.
6. Nutze die Höhe und hör auf, nur den Boden vollzustellen
Wenn wir Stauraum brauchen, passiert häufig Folgendes: Wir kaufen eine Kommode. Dann noch eine. Und irgendwann steht entlang jeder freien Wand ein Möbelstück. Dabei besitzt dein Wohnzimmer eine Fläche, die häufig sträflich vernachlässigt wird: die Wände.
Wenn du ein kleines Wohnzimmer einrichten möchtest, solltest du deshalb nicht nur horizontal denken.
Denk vertikal. Wandregale, Hängeschränke oder ein gezielt geplanter hoher Schrank können Stauraum schaffen, ohne zusätzliche Stellfläche zu beanspruchen.
Aber Vorsicht. Jetzt bitte nicht jede Wand bis zur Decke mit Regalen zukleistern. Sonst hast du zwar 37 neue Ablageflächen, aber dein Wohnzimmer sieht aus wie ein Lagerraum. Mein Favorit ist deshalb: Stauraum konzentrieren statt verteilen. Eine Wand darf mehr Stauraum übernehmen. Andere Bereiche bleiben dafür bewusst frei. Das bringt Ruhe in den Raum.

7. Versteckter Stauraum: Was du nicht siehst, macht den Raum ruhiger
Jetzt reden wir über den eigentlichen Feind vieler kleiner Wohnzimmer.
Nein, es ist nicht das kleine Wohnzimmer. Es ist visuelle Unruhe. Fernbedienungen. Ladekabel. Zeitschriften. Decken. Technik. Spiele. Papierkram. Und diese ominöse Schubladen-Kategorie namens „Dinge, von denen ich gerade nicht weiß, wohin damit“. Je mehr davon offen herumliegt, desto voller wirkt ein Raum. Deshalb ist geschlossener Stauraum in kleinen Wohnzimmern unglaublich wertvoll.
Ein Stauraumhocker kann Decken schlucken. Ein Couchtisch mit Fach versteckt Fernbedienungen und Kleinkram. Ein Sofa mit Bettkasten nimmt Dinge auf, die du nicht täglich brauchst. Ein geschlossenes Sideboard sorgt optisch für Ruhe.
Und jetzt kommt der Teil, den wir alle nicht hören wollen: Mehr Stauraum ist nicht immer die Lösung. Manchmal besitzt man schlicht zu viel. Bevor du also das nächste Ordnungssystem kaufst, frag dich ruhig: „Brauche ich das wirklich noch?“ Das spart überraschend viel Geld. Und Platz.
8. Ein großer Teppich kann dein kleines Wohnzimmer größer wirken lassen
Jetzt passiert häufig etwas völlig Verständliches. Kleines Wohnzimmer = kleiner Teppich. Klingt logisch. Kann optisch aber genau die falsche Entscheidung sein. Ein winziger Teppich mitten vor dem Sofa erzeugt eine weitere kleine Insel im Raum. Dadurch wird der ohnehin kleine Grundriss noch stärker unterteilt. Ein ausreichend großer Teppich kann dagegen Sofa, Couchtisch und eventuell Sessel optisch zu einem Wohnbereich zusammenfassen.
Das Auge sieht dann eine zusammenhängende Zone. Besonders bei einem offenen Wohn-Ess-Bereich ist das Gold wert. Der Teppich kann dort sogar eine unsichtbare Wand ersetzen. Wohnbereich hier. Essbereich dort. Keine Mauer notwendig.

9. Helle Farben helfen. Aber bitte mach dein Wohnzimmer nicht zur Arztpraxis
Wenn es darum geht, wie ein kleines Wohnzimmer größer wirkt, kommt fast automatisch der Tipp: „Streich alles weiß.“ Kann man machen. Muss man aber nicht. Helle Farben reflektieren Licht und können einen Raum luftiger erscheinen lassen. Aber das bedeutet nicht, dass kleine Wohnzimmer keine Farbe vertragen. Viel wichtiger finde ich ein ruhiges Farbkonzept.
Du könntest beispielsweise mit einer hellen Grundfarbe arbeiten und dazu zwei wiederkehrende Farbtöne kombinieren. Wenn dieselben Farben an mehreren Stellen auftauchen, entsteht optische Verbindung. Der Raum wirkt weniger chaotisch. Und genau das ist bei wenig Platz entscheidend. Du darfst also Beige, Creme, Greige, helles Grün, warmes Grau oder andere Töne verwenden. Auch dunklere Akzente sind erlaubt.
Dein kleines Wohnzimmer darf schließlich Persönlichkeit haben. Es muss nicht aussehen, als hätte jemand sämtliche Farben aus Angst vor Quadratmetern evakuiert.
10. Licht macht aus einem kleinen Zimmer plötzlich einen Raum
Eine Deckenlampe. Fertig. Bitte nicht. Gerade ein kleines Wohnzimmer profitiert enorm von mehreren Lichtquellen.
Warum? Weil unterschiedliche Lichtpunkte Tiefe erzeugen.
Statt dass dein gesamtes Wohnzimmer abends von einer einzigen Lampe gleichmäßig ausgeleuchtet wird, entstehen verschiedene Ebenen.
Zum Beispiel:
- Grundbeleuchtung an der Decke
- Wandleuchte neben dem Sofa
- kleine Tischleuchte
- indirekte Beleuchtung
- gezieltes Licht über dem Essplatz
Wenn du wenig Bodenfläche hast, sind Wandleuchten besonders clever. Sie brauchen keinen Beistelltisch und keinen Platz auf dem Boden. Zack. Wieder ein Möbelstück weniger.
11. Spiegel: Ja, der Trick ist alt. Und ja, er funktioniert trotzdem
Spiegel gehören zu den bekanntesten Tricks für kleine Räume. Aber einfach irgendeinen kleinen Spiegel irgendwo hinzuhängen, reicht nicht. Entscheidend ist, was der Spiegel reflektiert. Kann er Tageslicht vom Fenster zurückwerfen? Perfekt.
Spiegelt er einen hellen Bereich oder eine schöne Sichtachse? Noch besser.
Spiegelt er dein vollgestopftes offenes Regal? Herzlichen Glückwunsch. Dann hast du gerade dein Chaos verdoppelt.
Platziere einen Spiegel deshalb bewusst. Ein größeres Modell kann dabei stärker wirken als mehrere kleine Spiegel, die wiederum zusätzliche visuelle Unruhe erzeugen.
Affiliate-Möglichkeit: großer Wandspiegel mit schmalem Rahmen.
12. Weniger Deko bedeutet nicht weniger Persönlichkeit
Hier kommen wir zu einem Punkt, bei dem ich mich selbst vermutlich regelmäßig ermahnen müsste. Schöne Deko sieht man. Man verliebt sich. Man kauft sie. Und plötzlich stehen auf dem Sideboard sieben Kerzen, vier Vasen, Bilderrahmen, zwei Pflanzen und irgendein wunderschönes Objekt, dessen Funktion niemand kennt.
In einem großen Wohnzimmer kann sich das verteilen. In einem kleinen Wohnzimmer schreit irgendwann alles gleichzeitig:
SCHAU MICH AN!
Das erzeugt visuellen Overkill. Versuche deshalb einmal das Gegenteil: Weniger Teile, dafür bewusst ausgewählt.
Eine größere Vase. Eine schöne Pflanze. Ein größeres Bild. Eine kleine Gruppe aus zwei oder drei Objekten. Fertig. Du musst nicht minimalistisch wohnen. Aber dein Auge braucht freie Stellen. Denn Leere ist beim Einrichten ebenfalls Gestaltung.
Hole dir gerne tolle Deko-Ideen in meinem Shop.
Extra-Tipp: Kleines Wohnzimmer mit Küche einrichten
Viele kleine Wohnungen haben heute einen offenen Wohnbereich mit Küche. Und dann wird es besonders spannend. Denn jetzt müssen Kochen, Essen und Wohnen auf wenigen Quadratmetern miteinander klarkommen.
Der größte Fehler wäre, jeden Bereich komplett anders einzurichten. Dann entstehen optisch drei winzige Räume innerhalb eines kleinen Raumes. Versuche stattdessen: verbinden und trotzdem zonieren.
Wiederhole beispielsweise Materialien oder Farben aus der Küche im Wohnzimmer. Hat deine Küche Holzfronten, kann derselbe oder ein ähnlicher Holzton am Couchtisch auftauchen. Gleichzeitig definierst du die einzelnen Bereiche über ihre Funktion.
Ein Teppich kennzeichnet die Sofazone.
Eine Pendelleuchte markiert den Essbereich.
Ein schmaler Tisch kann zwischen Küche und Sofa vermitteln.
Und jetzt kommt wieder Multifunktionalität ins Spiel.
Ein ausziehbarer Tisch kann Essplatz und Arbeitsplatz sein.
Ein schmales Regal kann Stauraum bieten und gleichzeitig als leichter Raumteiler funktionieren.
Eine Sitzbank kann den Essplatz ergänzen und gleichzeitig Stauraum schaffen.
So entstehen Bereiche, ohne dass du deinen kleinen Raum mit zusätzlichen Wänden noch kleiner machst.

Der unterschätzte Trick: Dein Wohnzimmer braucht nicht weniger, sondern mehr Ruhe
Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Gedanken dieses gesamten Artikels. Wenn ein kleines Wohnzimmer beengt wirkt, lautet die erste Reaktion häufig: Ich brauche weniger Möbel.
Vielleicht. Aber nicht immer. Manchmal brauchst du vor allem weniger visuelle Informationen. Stell dir zwei gleich große Wohnzimmer vor.
Im ersten stehen acht Möbelstücke in unterschiedlichen Farben, Höhen und Materialien. Auf offenen Regalen befinden sich viele kleine Gegenstände. Im zweiten stehen vielleicht ebenfalls sieben oder acht Möbelstücke. Farben und Materialien wiederholen sich aber. Kleinkram verschwindet hinter geschlossenen Fronten und einige Bodenflächen bleiben sichtbar. Welches Zimmer wird vermutlich ruhiger wirken?
Genau. Darum solltest du beim Einrichten nicht nur Quadratmeter zählen. Zähle auch das Chaos, das dein Auge verarbeiten muss.
Deine Raumwunderly-Formel für ein kleines Wohnzimmer
Falls du jetzt denkst: „Oh mein Gott, wo fange ich denn an?“
Hier kommt dein Fahrplan.
- Wohnzimmer komplett ausmessen. Noch nichts kaufen.
- Funktionen festlegen. Was muss dein Wohnzimmer im Alltag leisten?
- Sofa auswählen. Achte auf passende Proportionen statt nur auf Optik.
- Laufwege prüfen. Du solltest dich bequem bewegen können.
- Multifunktionsmöbel suchen. Je mehr Funktionen ein Möbel übernimmt, desto besser.
- Stauraum planen. Geschlossene und versteckte Lösungen bevorzugen, wenn viel Kleinkram vorhanden ist.
- Wände nutzen. Bodenfläche ist kostbar.
- Wohnbereiche definieren. Teppiche und Licht helfen besonders bei offenen Grundrissen.
- Farbkonzept festlegen. Wiederholungen schaffen optische Ruhe.
- Licht planen. Nicht nur eine Deckenlampe verwenden.
- Dekoration reduzieren und gezielt auswählen.
- Erst jetzt shoppen gehen.
Ja. Shoppen kommt wirklich erst auf Platz zwölf. Ich weiß. Gemein. Aber dein Wohnzimmer wird es dir danken.
Häufige Fragen zum kleinen Wohnzimmer einrichten
Wie kleines Wohnzimmer einrichten, wenn ich sehr wenig Platz habe?
Beginne mit den Funktionen und nicht mit einzelnen Möbeln. Überlege zuerst, was du im Raum tatsächlich tun möchtest. Wähle anschließend wenige Möbel mit möglichst hohem Nutzen. Multifunktionsmöbel, versteckter Stauraum und Wandlösungen sind besonders hilfreich.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Nicht möglichst viel unterbringen. Möglichst viel aus dem vorhandenen Platz herausholen.
Wie wirkt ein kleines Wohnzimmer größer?
Sorge für möglichst viel optische Ruhe. Sichtbare Bodenfläche, Möbel auf Füßen, ein zusammenhängendes Farbkonzept, mehrere Lichtquellen und ein sinnvoll platzierter Spiegel können dabei helfen. Auch ein ausreichend großer Teppich kann die Wohnzone optisch zusammenfassen, statt den Raum in viele kleine Flächen zu teilen.
Welches Sofa eignet sich für ein kleines Wohnzimmer?
Achte weniger auf die Bezeichnung „kleines Sofa“ und stärker auf die tatsächlichen Maße. Besonders wichtig sind Breite, Tiefe und Armlehnen. Ein Sofa auf sichtbaren Füßen kann optisch leichter wirken. Wenn zusätzlicher Stauraum oder eine Schlafmöglichkeit benötigt wird, kann ein Schlafsofa mit Bettkasten besonders sinnvoll sein.
Wohin mit Stauraum im kleinen Wohnzimmer?
Nutze nicht ausschließlich den Boden. Wandregale, Hängeschränke und ausgewählte hohe Schränke können vertikale Flächen erschließen. Für Kleinkram sind geschlossene Fronten sinnvoll. Zusätzlich kannst du Stauraum in Hockern, Sitzbänken, Sofas oder Couchtischen nutzen.
Welche Möbel lassen ein kleines Wohnzimmer größer wirken?
Optisch leichte Möbel, Modelle auf schlanken Füßen und wandhängende Elemente können mehr Boden sichtbar lassen. Noch wichtiger ist jedoch die Gesamtmenge. Ein einzelnes etwas größeres Möbelstück kann manchmal ruhiger wirken als mehrere kleine Möbel.
Fazit: Ein kleines Wohnzimmer braucht keine Zauberei, sondern gute Entscheidungen
Wenn du ein kleines Wohnzimmer einrichten möchtest, wirst du wahrscheinlich nicht plötzlich fünf zusätzliche Quadratmeter finden. Schade eigentlich. Aber du kannst etwas anderes verändern:
Wie gut deine vorhandenen Quadratmeter funktionieren.
Miss deinen Raum genau aus.
Überlege, was du wirklich brauchst.
Wähle Möbel nach Funktion und Proportion.
Nutze Multifunktionsmöbel.
Verstecke Kleinkram.
Nutze deine Wände.
Arbeite mit Licht, Teppichen und Farben.
Und gib deinem Auge zwischendurch etwas, das in kleinen Wohnungen unglaublich wertvoll ist: Ruhe.
Du musst nicht jeden Zentimeter füllen.
Du musst nicht jede Pinterest-Idee nachbauen.
Und du brauchst schon gar kein riesiges Wohnzimmer, um ein wunderschönes Zuhause zu haben.
Dein Ziel ist nicht, aus 14 Quadratmetern 30 zu machen.
Dein Ziel ist ein Wohnzimmer, bei dem du irgendwann die Tür öffnest, hineinschaust und denkst:
Oh mein Gott. Ist das wirklich mein kleines Wohnzimmer?
Du schaffst das. Und wenn am Ende deine Freunde fragen, wie dein Wohnzimmer plötzlich so viel größer wirken kann, kannst du dich einfach zurücklehnen und sagen: Das glaubt mir keiner.
Was ist jetzt dein erster Schritt?
Nimm heute Maßband oder Laser-Entfernungsmesser und vermiss dein Wohnzimmer. Danach schreibst du dir die drei wichtigsten Funktionen auf, die dein Raum erfüllen muss. Erst danach entscheidest du, welche Möbel bleiben, welche gehen und welche cleveren Lösungen noch fehlen.